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Harald Volkwein nimmt an Senioren-Weltmeisterschaft teil

Harald Volkwein nimmt an Senioren-Weltmeisterschaft teil

Sarstedt (jm). Ein Sarstedter im Trikot der Deutschen Nationalmannschaft – das ist allemal etwas Besonderes. Harald Volkwein, Pfarrer der katholischen Heilig Geist-Kirchengemeinde, wird am 15. September in London bei den Senioren-Weltmeisterschaften der Triathleten sein Heimatland Deutschland, seinen Verein Hannover 96 und natürlich auch seine Heimatstadt Sarstedt vertreten. In London ist die Olympische Distanz ausgeschrieben: 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen.

Im Vorjahr hat er dort zusammen mit seinem Bruder den Olympischen Triathlon-Wettbewerb life erleben dürfen, damals ahnte er noch nicht, dass er in diesem Jahr an gleicher Stätte sein Bestes geben würde. Insgesamt 280 deutsche Triathleten sind bei den Welt-Titelkämpfen am Start, in der Altersklasse des Sarstedters konnten sich 20 für die Nationalmannschaft qualifizieren. „Wir wohnen in einem Hotel am Hide Park, zusammen mit den Profis“, freut sich Harald Volkwein auf diese Tage, die mit einer großen Feier am 11. September eröffnet werden. Ausdrücklich begrüßt er es, dass zur gleichen Zeit auch die Paralympics stattfinden, also die Weltmeisterschaften der behinderten Triathlon-Sportler.

Und dabei sah es im Mai dieses Jahres noch so aus, als wäre dieser Traum „wie eine Seifenblase geplatzt“. Erhebliche Knie-Probleme ließen vor allem kein Lauf-Training zu. Doch seine Physiotherapeutin überredete ihn, sich dennoch rechtzeitig vor Meldeschluss für die Weltmeisterschaften anzumelden – und tatsächlich bekamen sie dann diese Probleme in den Griff. Dass er dann auch noch in die Deutsche Nationalmannschaft berufen wurde, ist der Höhepunkt seiner bisherigen Sportler-Karriere.

Seine sportliche Laufbahn begann Harald Volkwein schon als kleines Kind. Über das Mutter-Kind-Turnen und den Turnsport kam er im Jahr 1975 zur Leichtathletik mit dem Schwerpunkt Laufen. Seit 1990 betreibt er den Triathlon-Sport. Normalerweise trainiert er etwa 6 Stunden in der Woche, während der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften hat er das Pensum verdoppelt. Und er hat sich durch ein Trainingslager auf Fuerteventura auf dieses Event vorbereitet. „Dort habe ich zusammen mit dem deutschen Weltklasse-Triathleten Steffen Justus trainieren dürfen“, freut sich Volkwein.

Sport war schon immer wichtig in seinem Leben. So erinnert er sich noch sehr gerne an ein Vorbereitungsspiel der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Malente vor der Weltmeisterschaft 1974, das er ebenso live sehen konnte wie das legendäre Spiel gegen die DDR mit der 0:1-Niederlage durch das Tor von Jürgen Sparwasser oder auch die Begegnung während dieser Weltmeisterschaft gegen Australien.

Beruflich ist er als Pfarrer stark gefordert, neben dem Sport bleibt da nicht mehr sehr viel Freizeit. In dieser trifft er sich gerne mit Freunden oder liest.

Nach der Weltmeisterschaft will er „es wieder entspannter angehen lassen“, erklärt er. Natürlich wird er weiter schwimmen, Rennrad fahren und laufen, aber vorerst ist dann kein Trainingslager mehr geplant. Stattdessen möchte er wieder einmal eine längere Radtour unternehmen. Für ihn steht ohnehin „die Freude an der Bewegung“ im Vordergrund. Darum ist das vorrangige Ziel für ihn „gesund bleiben“.

Dass der Sarstedter Adventslauf an einem Sonntag stattfindet, bedauert er, weil er dann natürlich arbeiten muss, so dass er selbst nicht aktiv starten kann. Aber er hat sich den Termin für den „Werbelauf“ am Dienstag, 19. November, vorgemerkt. An dem Abend will er im Nationalmannschafts-Trikot dabei sein – und da auch der mehrfache Senioren-Europameister Thomas Ruminski im Trikot der Nationalmannschaft mitlaufen wird, darf man von einer Aufwertung dieses Werbelaufes ausgehen.

Zur Weltmeisterschaft wird er verschiedene Fahnen mitnehmen: die seines Bistums sowie die seines Vereins und seiner Heimatstadt. Am 15. September ab 9 Uhr werden deshalb sicherlich nicht nur die Mitglieder seiner Kirchengemeinde ihrem Pfarrer beide Daumen drücken.