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Streit droht zu eskalieren / Polizei und Sicherheitsdienst greifen durch

KB30092015EDEKAFlüchtlingeHalleneingang Sarstedt (stb). Bisher war es in der Sarstedter Notunterkunft an der Helperder Straße bis auf einzelne, kleinere Reibereien unter den Flüchtlingen ruhig geblieben. Doch am Mittwoch, den 02.12.2015 kochte vormittags die Stimmung hoch. Um 11.00 Uhr wurde die Polizei informiert.

„Aus noch nicht bekannten Gründen ist es zwischen verschiedenen Gruppen von Flüchtlingen zu einem Streit gekommen, der zu eskalieren drohte. Die vor Ort anwesenden Mitarbeiter eines Sicherheitsunternehmens meldeten der Polizei geschätzte 150 Personen, die sich in einer der Unterkünfte eingefunden hatten. Die Polizei setzte daraufhin 75 Beamte ein, die zeitnah vor Ort waren. Unter den zusammengezogenen Kräften befanden sich Beamte aus den Dienststellen der Polizeiinspektion Hildesheim, der Bereitschaftspolizei Niedersachsen sowie Hundeführer der Polizeidirektion Göttingen“, formuliert die Pressestelle der Polizeidirektion Hildesheim in einer Pressemeldung.

Laut Polizeihauptkommissar Frank Müller, Leiter des Sarstedter Einsatz- und Streifendienstes, sei es am Vormittag zu einem Streit im Bereich der Kantine der Einrichtung gekommen, der sich anschließend in eine der Hallen verlagerte. Dort hätten sich bald zwei größere Gruppen gegenüber gestanden, außer heftigen Wortgefechten seien auch Fäuste geflogen. Durch das schnelle Eingreifen des Sicherheitsdienstes und zweier zufällig vor Ort anwesender Beamter in Zivil seien die Lager jedoch schnell getrennt worden, die weiteren hinzugerufenen Kräfte hätten zur Deeskalation beigetragen. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wurde am Kopf getroffen und leicht verletzt. Eine weitere ärztliche Behandlung war nicht erforderlich.

Mittels der mehrsprachigen Sicherheitskräfte konnten 12 Personen verschiedener Nationalitäten, die an der Auseinandersetzung beteiligt waren, ermittelt werden. Diese wurden von der Polizei vorläufig festgenommen, in Hildesheim erkennungsdienstlich behandelt und anschließend „durch Angehörige der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen unter Begleitung von Polizeibeamten in Unterkünfte in Hildesheim, Rosdorf und Hann. Münden verteilt. Gegen die Tatverdächtigen sind gleichzeitig Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzungsdelikten eingeleitet worden“, so weiter die Pressemitteilung der Polizei.

Bereits zur späten Mittagszeit war es wieder ruhig auf dem Gelände.

Polizei, Johanniter und Stadtverwaltung reagierten umgehend auf den Vorfall. Noch am selben Tag wurde um 16.00 Uhr eine Informationsveranstaltung für die Bewohner der Notunterkunft in der Medienhalle des Camps abgehalten. Edzard Schönrock von den Johannitern, Leiter der Unterkunft, Polizeihauptkommissar Frank Müller und Bürgermeisterin Heike Brennecke informierten über die Lage. Müller fand deutliche Worte, die durch Dolmetscher in Farsi und Arabisch übersetzt wurden. Deutschland sei ein Rechtsstaat, in dem alle friedlich zusammenleben sollen und Gewalt nicht geduldet werde, Regeln müssten von allen gleich befolgt werden. Das Brechen der Regeln werde Konsequenzen haben, die sich auch auf das Asylverfahren des Einzelnen auswirken könnten. Viele Äußerungen seien mit Applaus bedacht worden, berichtete Bürgermeisterin Heike Brennecke, die Müller und Schönrock das Wort überließ. „Nach der Informationsveranstaltung ist die Stimmung deutlich gelöster gewesen“, berichtete Maike Müller, Pressereferentin der Johanniter.

Den Rest des Mittwochs und auch den ganzen Donnerstag sei es ruhig geblieben. Der Aufforderung Müllers an die Flüchtlinge, sich vertrauensvoll an die Beamten in der Vor-Ort-Wache zu wenden, um weitere verletzte Personen zu melden oder Aussagen zum Ablauf zu machen, sei niemand nachgekommen, so die Polizei.

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