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Stadtbücherei beschäftigt sich mit Terror von Links

Thementisch über die RAF

In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts begannen sie ihr Schreckenswerk, das bis in die späten 90er Jahre andauerte. Die Rote Armee Fraktion, kurz RAF, 1970 als linksextremistische, terroristische Vereinigung von Gudrun Ensslin, Andreas Baader, Horst Mahler, Ulrike Meinhof und anderen gegründet, verantwortete mindestens 33 Morde an „dem Establishment“, Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Exekutive sowie amerikanischen Soldaten. Insgesamt drei „Generationen“ an RAF-Terroristen begingen Entführungen, Attentate und Banküberfälle. „Die bleierne Zeit“ und „Deutschland im Herbst“ sind zu Synonymen des Jahres 1977 geworden, jenem Jahr des Höhepunkts des RAF-Terrorismus und seines gleichzeitigen vorläufigen Endes, das von den Selbsttötungen der in der Justizvollzugsanstalt Stammheim bei Stuttgart inhaftierten Terroristen Baader, Ensslin und Raspe markiert wird.

Den dramatischen Ereignissen jenes Jahres ist der aktuelle Büchertisch der Stadtbücherei am Kirchplatz mit einer Auswahl zeitgenössischer Literatur gewidmet. Abseits des bitteren (40.) Jubiläums beleuchtet er aber auch neue Details der Geschichte. Wie sah die nachfolgende Generation der RAF aus, wie waren die Kontakte in die DDR nach 1980 und welche Erkenntnisse ergeben sich nach der Freigabe von Justizakten und Veröffentlichung von Erinnerungen und Memoiren?

Noch bis Mitte Oktober lädt Stadtbüchereileiterin Elke Pytel-Weber ein, sich mit diesem Kapitel der jüngeren Geschichte Deutschlands zu beschäftigen. Dazu hält sie auch den original Zeitungsartikel bereit, der sich um die – in diesem Fall glückliche – Befreiung der Sarstedter Familie Fischer bei der Entführung des Flugzeugs „Landshut“ nach Mogadischu dreht.

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