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NEIN zu Gewalt an Mädchen und Frauen

Ist es nur eine missglückte Stoffrose? Nein, es ist ein Symbol. Ein Symbol für das Unsägliche, das weltweit Mädchen und Frauen angetan wird. Weltweit sind mindestens 200 Mio. Mädchen und Frauen Opfer von Genitalverstümmelung. Jedes Jahr kommen etwa 3 Mio. weitere Opfer hinzu. Das Risiko für sie ist groß: Ca. 25 Prozent der Betroffenen sterben entweder während dieser schweren Körperverletzung oder an den Folgen.

Und warum nun ist die symbolische Stoffrose zugenäht? Weil das ein Teil des perfiden Systems ist, mit dem Frauen ihrer Sexualität beraubt werden: Ihnen werden nicht nur teilweise oder vollständig Klitoris und Schamlippen entfernt, meist ohne Betäubung, oft unter unsägliche hygienischen Bedingungen, sondern sie werden bei manchen Praktiken außerdem noch so zugenäht, dass nur noch ein stecknadelkopfgroßes Loch offen bleibt, durch das sie Urin, aber auch Menstruationsblut verlieren können. Und wenn diese Frauen heiraten, wird ihnen diese Öffnung wieder aufgeschnitten für den ehelichen Geschlechtsverkehr. Oder auch erst für die Geburt der Kinder. Und danach werden sie wieder zugenäht. Bis zur nächsten Geburt.

Das klingt archaisch, fürchterlich und führt zu dem unmittelbaren Reflex zu denken „Glücklicherweise gibt es das ja nur weit weg, in Afrika, oder so“. Doch wer so denkt, der irrt. Auch in Deutschland sind rund 58.000 Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen und mindestens 13.000 gefährdet.

Der kommende Samstag, 25. November 2017, ist der internationale Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“. Dieses Jahr ist das zentrale Schwerpunktthema „Mädchen schützen! Genitalverstümmelung gemeinsam überwinden“. In Deutschland steht vor allem die Menschenrechtsorganisation Terre des Femmes hinter dem Aktionstag.

Auch in Sarstedt sind dazu, vom Arbeitskreis „Zivilcourage, Sucht + Gesundheit + Senioren“ des Präventionsrates der Stadt Sarstedt organisiert, mehrere Aktionen geplant.

Zum einen gibt es in vielen Geschäften Sarstedts, darunter Tankstellen wie Apotheken, Schlachtereien und Einzelhandel, aber auch Gastronomiebetrieben wie Silvias Salatbar, Milback und Aldente, wieder die typischen gelben Brötchentüten, auf denen unter dem Motto „Gewalt gegen Frauen kommt nicht in die Tüte“ auf ein Aktionsbündnis in Stadt und Landkreis Hildesheim hingewiesen wird.

Weiterhin ist die Rathaustreppe zurzeit geschmückt mit Blumengirlanden, zwischen denen sich Informationstafeln zum Thema finden.

Auch die Stadtbücherei beteiligt sich mit einem Themen-Büchertisch.

Als offensivste Aktion wird Stadtjugendpflegerin Jessica Schablow am Samstag zusammen mit zwei Helferinnen und einem Helfer in der Fußgängerzone ab 10.45 Uhr besondere Blumen aus Stoff verteilen: an der Blüte bis auf eine kleine Öffnung zusammengenähte Rosen.

Sie zu nehmen, vielleicht zu Hause zu öffnen und sich des schwierigen Themas bewusst zu sein, statt es weit von sich zu schieben, ist ein Akt des Mitgefühls.

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