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SoVD Ortsverband Sarstedt vor dem Aus?

Zu seiner alljährlichen Mitgliederversammlung hatte der Sozialverband Deutschland, kurz SoVD, Ortsverband Sarstedt seine mehr als 500 Mitglieder in das Hotel Sarstedter Hof in der Hildesheimerstr. 2 eingeladen.  Turnusgemäße ist 2018 ein Wahljahr für die SoVD Ortsverbandsvorstände. Mit der Besonderheit in Sarstedt: es gibt hier keine Kandidaten für die Vorstandsfunktionen. Der amtierende Vorstand hatte seine Wiederwahl 2018 in den Mitgliederversammlungen 2016 und 2017 bereits ausgeschlossen. Seitdem versuchen die Vorstandsmitglieder um den Vorsitzenden Günter Püschel intensiv ein Nachfolgeteam zu bilden. Bisher ohne Erfolg, obwohl jedes Mitglied dieses Problem kennt. 2011 hatte der jetzt amtierende Vorstand unter ähnlichen Umständen seine Arbeit aufgenommen. Damals war die Besetzung des Sarstedter Ortsverbandsvorstandes erst im zweiten und letzten Anlauf durch den SoVD Kreisverband Hildesheim erfolgt. Aus den ursprünglich sechs Vorstandskolleginnen und -kollegen sind mittlerweile 10 geworden und die haben in über 60 Sitzungen seit 2011 rund 20 Veranstaltungen pro Jahr in guter Zusammenarbeit gesteuert, so der Vorsitzende. Nun ist der Dampf raus. „Jeder hat sich im Laufe der Zeit durch Veränderungen der Lebensumstände andere Schwerpunkte für Freizeit oder Lebensabend gesetzt und da ist für ehrenamtliches Engagement weniger Raum“, so Püschel, der anfügt, „nichts ungewöhnliches, aber trotzdem Schade, zumal dem Sarstedter SoVD Ortsverband ein stolzes Jubiläum ins Haus steht.“ Im nächsten Jahr feiert er sein 100-jähriges Bestehen in Sarstedt. Unter dem damaligen Namen „Reichsbund der Kriegs- und Zivilbeschädigten, Sozialrentner und Hinterbliebenen“ hat der heutige Sozialverband Deutschland besonders in den Nachkriegszeiten Hilfestellung in Hinterbliebenen- und Versorgungsangelegenheiten geleistet und Betroffene in einer schweren Zeit zu ihrem Recht verholfen. Seine Dienstleistungen und Angebote sind unverändert nachgefragt, wenn es z.B. um den fachlichen oder juristischen Beistand bei der Durchsetzung von Versorgungsansprüchen, verweigerten Leistungen von Versicherern oder Leistungsträgern, Anerkennung von Behinderungen oder Pflegestufen geht. Mindestens fünf Vorstandsfunktionen müssen zum Erhalt des Sarstedter Ortsverbandes bei der anstehenden Mitgliederversammlung durch Wahlen besetzt werden.

Gelingt dies nicht, erfolgt spätestens nach 90 Tagen ein letzter Versuch einer Vorstandswahl in einer Vollversammlung, zu der der Kreisverband Hildesheim /Alfeld die Sarstedter Mitglieder hier einlädt. Danach würde der Ortsverband Sarstedt nach 99 Jahren aufgelöst, wenn auch dieser Wahlversuch erfolglos bleiben sollte. Die Sarstedter Mitglieder würden dann von Hildesheim aus betreut. Für den amtierenden Vorstand ist dies ein Horrorszenarium, das hoffentlich nicht zur Realität wird, denn in Sarstedt würde damit soziale Infrastruktur verloren gehen.

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