Seit im Oktober 2025 einige Engagierte in Sarstedt den „Igelstammtisch“ ins Leben gerufen haben, ist der Winter übers Land gezogen. Die stacheligen kleinen Säugetiere ziehen sich von November bis ca. März zum Schutz vor der Witterung in den Winterschlaf zurück und sparen Energie, wenn sie ihren Stoffwechsel bis auf ein Minimum herunterfahren und Herzschlag, Atmung und Temperatur drastisch reduziert werden. Ein Schutzmechanismus, denn während der kalten Monate finden sie zu wenig Nahrung. Das Fettpolster, das sie sich bestenfalls im Herbst angefressen haben, heutzutage aber wegen fehlender Nahrung in aufgeräumten Gartenlandschaften oft nicht erreichen, muss sie über den Winter bringen. Ihren Winterschlaf halten sie gerne unter Gebüschen, in Hohlräumen unter Holzstapeln oder Laubhaufen.
Als die Stadt Sarstedt für Anfang Januar plante, auf dem Ortsfriedhof an der Giesener Straße einige Hecken zu roden, nahm die städtische Umweltbeauftragte Anne-Kathrin Maspohl deshalb Kontakt mit dem Igelstammtisch auf. Dessen Aktive wurden gefragt, ob sie das Gelände sichten und eventuell dort verborgene Igel retten wollten, bevor schwere Maschinen die kleinen Stachelträger verjagen oder verletzen könnten.
Am Neujahrsnachmittag durchkämmte eine kleine Mannschaft bepackt mit Transportboxen das Terrain, um eventuell gefundene Tiere bei Bedarf – möglichst schlafend – umzusiedeln. Und auch, wenn an diesem Tag keine Igel gefunden wurden: „Wir sind der Stadt sehr dankbar, dass sie uns kontaktieren, damit keine Igel übersehen werden“, so Sylvia Soller vom Igelstammtisch. Sie plädiert dafür, dass man „am besten den Garten im Winter ruhen lassen soll. Das ist nicht nur für die Igel gut, sondern für alle anderen Wildtiere, und die Pflanzen sind auch sehr dankbar. Im Dezember haben die Eichhörnchen Nachwuchs und wollen auch nicht gestört werden. Laub und Totholz soll in einer Ecke ruhen, da überwintern auch Insekten, die für einige Tiere sehr wichtig sind. Unter anderem unsere Stachelfreunde sind auf diese Unterstützung angewiesen.“ Sie bittet, aktuell vermehrt auf Igel zu achten, denn die Igel, die jetzt unterwegs seien, bräuchten alle Hilfe, entweder weil sie krank oder unterernährt seien.
Die Aktiven vom Igelstammtisch, so Soller, seien jederzeit erreichbar (T. 0151-24188976 oder T. 0172-2077038), „und einer von uns hat immer ein Plätzchen für einen Igel frei.“
/stb