Ein Regenbogen bedeutet Hoffnung – Gottesdienst der Kitas zum Weltkindertag

Wie war das doch gleich mit der Taube und Noah? Während Erzieherin Bettina Baumgardt die Bedeutung des Ölzweiges erklärt, bauen Adelheid Lex und Silke Bayer die große hölzerne Arche auf. (Foto: Christina Steffani-Böringer)

Die Glocken der St. Nicolai-Kirche in Sarstedt läuteten am 22. September wie zu jedem regulären Sonntagsgottesdienst auch. In den Kirchenbänken jedoch an diesem Dienstagmorgen großes Gewimmel, statt andächtiges Hocken. Bis auf ein paar Erzieherinnen und Erzieher waren die vorderen Bankreihen dicht besetzt mit Kindern. Die Kitas in evangelisch-lutherischer Trägerschaft in Sarstedt haben gemeinsam Gottesdienst gefeiert anlässlich des Weltkindertages.

Dieser wird in Deutschland immer am 20. September gefeiert. Da das 2026 ein Sonntag war, einigte man sich mit Pastor Matthias Fricke, der den Gottesdienst zusammen mit einem Erzieherinnen-Team hielt, auf Dienstag.

Die Gemeinde bestand diesmal aus den Schulanfängerkindern der St. Nicolai-Kita, der Paul-Gerhardt-Kita und der St. Paulus-Kita sowie allen Kindern der Kita Arche Noah aus Heisede. Die fanden sich vermutlich am schnellsten im Thema des Gottesdienstes ein, denn es wurde die biblische Geschichte von Noah und seiner Arche erzählt und gezeigt. Die Erzieherinnen Adelheid Lex und Silke Bayer bauten die große hölzerne Arche auf der Tischbühne im Altarraum zusammen, Erzieherin Bettina Baumgardt erzählte aus der Sicht der Taube, die Noah den bekannten Ölzweig bringt nach der großen Flut, als Zeichen, dass es wieder trockenes Land gibt. Mitmachen konnten die Kinder auch, denn die verschiedenen Tiere, Tiger und Kühe, Elefanten, Schafe, Hühner und andere zwei- und mehrbeinige, die in der Arche unterkommen sollten, mussten natürlich dort hineingestellt werden. Da wollten viele mithelfen.

Eigentlich ein Gottesdienst wie jeder andere. Und doch nicht ganz. Während in „normalen“ Gottesdiensten inzwischen oft der kräftige Gemeindegesang fehlt, waren hier alle voller Eifer und mit kräftigen Stimmen bei der Sache. Die Kinder der evangelischen Kitas kennen ihre Lieder auswendig und singen gern. „Die Kerze brennt, ein neues Licht“, „Lasst uns miteinander singen, loben, danken dem Herrn“ oder „“Es ist noch Platz in der Arche“ kamen voller Freude aus den Kinderkehlen, begleitet nur von der Gitarre, die Erzieherin Renate Hilgendorf-Warnecke aus Heisede spielte.

Pastor Matthias Fricke predigte dazu kindgerecht und bildhaft, nachvollziehbar, so dass alle folgen konnten, dass die Geschichte von der Arche eine „wunderbare Geschichte über Kraft, Hoffnung und Gemeinschaft“ sei, dass „Gott uns mit ihr erzählt, dass Gemeinschaft guttut“. Das „Amen“ schallte Fricke aus vielen Kinderkehlen zurück. Und das doppelt, als er erklärte, dass dieses Wort im Hebräischen „So soll es sein“ bedeutet.

Und der Regenbogen, den Gott nach der Sintflut als Zeichen für den ewigen Bund zwischen ihm und allem Lebendigen auf der Erde sowie als Versprechen, dass nie wieder eine solche Flut die Erde zerstören solle, fand dann auch noch – aus farbigem Holz – seinen Platz im Altarraum. Und später mit Schminke auf den Handrücken der Kinder, die im Anschluss an den Gottesdienst noch Tiermasken bemalten auf der Wiese vor der Kirche.

/stb