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Neues Palliativ-Konzept im Alten- und Pflegeheim St. Nicolai

Christine Hoschke (links), Leiterin des St. Nicolai Alten- und Pflegeheims, schnuppert an einem „Geruchsdöschen“. Die beiden Altenpflegeschülerinnen Franziska Wolters und Joanna Liebig rätseln mit ihr, wonach es riecht beziehungsweise stinkt.

Sarstedt (stb). Das Alten- und Pflegeheim St. Nicolai Sarstedt hat sich vor einigen Jahren bewusst dazu entschieden, seinen Betreuungsschwerpunkt auf Menschen in der letzten Lebensphase zu legen. Deshalb ist der fachlich und menschlich qualifizierte Umgang mit dieser für alle Beteiligten schwierigen Situation wichtig. Mit einem neuen „Palliative Care Konzept“ sollen nun alle Mitarbeiter der Einrichtung in die Lage versetzt werden, den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen ein optimales Umfeld zu schaffen. Am Mittwoch, dem 30. Oktober, wurden alle Mitarbeiter, von der Altenpflege-Auszubildenden über die Küchenmitarbeiter, Reinigungskräfte und Hausmeister bis zur Heimleiterin mit der neuen Zielrichtung vertraut gemacht.

Kern und Herz des Konzeptes ist die individuelle Betreuung der Patienten.

„Jeder ist individuell und hat ganz spezielle Wünsche und Bedürfnisse in seiner letzten Lebensphase, das müssen wir respektieren“, unterstreicht Wohnbereichsleiterin Marianne Ohlmer, die die Mitarbeiter in das neue Konzept einführt. „Es geht um die Frage, was tut dem Pflegebedürftigen aus seiner Sicht gut?“

Da sind Patienten- und Vorsorgevollmachten doppelt wichtig, damit alles im Sinne des pflegebedürftigen buy-detox.com addiction is an illness that requires medical treatment. Bewohners geschehen kann. Hinzu kommt das ausführliche Aufnahmegespräch bei neuen Bewohnern, bei dem auch umfassend die Biographie jedes einzelnen erfragt und Wünsche, Besonderheiten, Regeln und Absprachen formuliert werden. Im besten Fall sind Angehörige hierbei intensiv einzubeziehen. Außer persönlichen, können auch religiöse und kulturelle Besonderheiten eine Rolle spielen.

Um damit richtig umgehen zu können, ist Sachkunde gefragt. Mit Susanne Lippold ist bereits eine ausgebildete Hospizhelferin in der Einrichtung tätig. Sie und die Leiterin des Altenheims, Christine Hoschke, lassen sich nun zusätzlich auch zu Trauerbegleitern ausbilden. Denn für Angehörige ist gerade auch die Zeit, in der man sich mit dem bevorstehenden Tod auseinander setzt, eine Zeit des Abschiednehmens und Loslassens, in der Trauer normal ist. Und auch Angehörigen von Demenzkranken können Trauerbegleiter helfen, denn diese spüren den Verlust schon mit zunehmendem Entgleiten der Persönlichkeit des Dementen.

Das St. Nicolai Alten- und Pflegeheim hat für die Konzeption des Leitfadens eine Fachfrau mit ins Boot geholt. Bettina Kaspar aus Hannover hat sich auf die Organisations-Optimierung im Gesundheitswesen spezialisiert. Sie schaltet sich im Rahmen der Veranstaltung an diesem Mittwoch, die für alle Mitarbeiter verpflichtend ist, immer wieder erläuternd ein.

Damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich besser in die Lage eines alten oder pflegebedürftigen Menschen versetzen können, haben die Organisatorinnen der Fortbildung verschiedene Stationen zur olfaktorischen, taktilen, visuellen und auditiven Stimulation aufgebaut. Hier geht es darum sich zu verdeutlichen, wie ältere oder kranke Menschen riechen, fühlen, sehen und hören. Gerüche oder bestimmte Nahrungsmittel können ganz unterschiedliche, positiv oder negativ besetzte Empfindungen aus der Vergangenheit wachrufen. Deshalb muss zum Beispiel mit Düften sensibel umgegangen werden, „nicht jeder mag wie ich Vanillegeruch“, erkennt eine der Mitarbeiterinnen im Gespräch.

Dass der Tastsinn ebenso wie die bewusste Wahrnehmung der eigenen Körpergrenzen im Alter nachlässt, waren weitere Lernelemente.

In den nächsten Wochen soll nun das Konzept in die Tat umgesetzt werden. Dabei setzt Heimleiterin Christine Hoschke auf die Sensibilität ihrer Mitarbeiter, die jetzt bewusst lernen, nicht von eigenen Vorlieben auf die Anderer zu schließen, sondern lieber einmal mehr nachzufragen.