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Blitzgefahr – bei Gewitter keine Schirme aufspannen Open-Air-Veranstaltungen: KKH-Verhaltenstipps bei Unwetter

 

Wie gefährlich die Wetterlage in Deutschland zurzeit ist, zeigen erschreckend die Bilder von verwüsteten und überschwemmten Regionen. Besonders verheerend war die Bilanz des Musikfestivals „Rock am Ring“ am 27. Mai: 82 Besucher wurden durch Blitzeinschläge verletzt, acht von ihnen schwer. Die Veranstaltung wurde aus Sicherheitsgründen deswegen abgebrochen.

Klettern die Temperaturen nach oben, steigt auch das Risiko für Gewitter und Unwetter mit Starkregen, Hagelschauern und Sturmböen. In manchen Bundesländern ist die Gewitter-Gefahr besonders hoch. Denn statistisch gesehen ist die Blitzdichte regional sehr unterschiedlich, wie eine Studie des Blitz-Informationsdienstes von Siemens herausgefunden hat. Demnach zuckten im Jahr 2014 in Sachsen und Brandenburg die meisten Blitze vom Himmel. In Hamburg und Schleswig-Holstein ist die Blitzdichte dagegen am geringsten.

Bei einem Gewitter schlägt das Wetter oftmals in kurzer Zeit um: Gerade eben schien noch die Sonne am Himmel, wenig später prasselt Regen nieder und zahlreiche Blitze zucken Richtung Erde. Bei Unwetter-Alarm ist vor allem bei Großveranstaltungen Vorsicht geboten, wie zum Beispiel bei den Public Viewing-Veranstaltungen zur Fußball-EM oder den Ende Juni geplanten Festivals „Hurricane“ im niedersächsischen Scheeßel und „Southside“ im baden-württembergischen Neuhausen ob Eck. Wenn 60.000 bis 70.000 Menschen auf einer Freifläche von einem Gewitter überrascht werden, müssen Veranstalter und Verantwortliche umsichtig reagieren. „Auch wenn die Gefahr bei einem Gewitter relativ gering ist, von einem Blitz getroffen zu werden: Bei solchen Großveranstaltungen im Freien kommt es immer mal wieder zu Blitzunfällen, da die Menschen die höchsten Punkte in der Umgebung sind“, erklärt Christian Klameth vom Serviceteam der Kaufmännische Krankenkasse in Hameln.

Die Gefahr wird vergrößert, wenn die Besucher ihre Regenschirme aufspannen, da diese noch weiter aus der Menge herausragen. Deshalb sind Schirme, Fahnen und ähnliches auf den Boden zu legen. In den meisten Fällen kann es sinnvoll sein, aufgrund des Unwetters eine Unterbrechung anzuordnen. Gibt es keine Möglichkeit für einen Unterschlupf in einem Gebäude, sollten die Besucher während des Unwetters auf der Freifläche nicht aufrecht stehen, sondern sich besser mit zusammengezogenen Füßen hinhocken. Dabei sollten der Kopf gesenkt und die Knie mit den Armen umfasst werden.

Sicherer ist es zudem, getrennt Schutz zu suchen und nicht in einer großen Gruppe beieinander zu bleiben. Zu Bäumen, Masten, Metallzäunen oder Wasserrohren ist grundsätzlich ein Mindestabstand von drei Metern einzuhalten, da diese oft vom Blitz getroffen werden und die elektrischen Stromschläge weiterleiten können.

Passiert es doch, und ein Mensch wurde von einem Blitz getroffen, ist die Angst unbegründet, beim Erste-Hilfe-Leisten ebenfalls einen elektrischen Schlag zu bekommen. Der Mensch kann keine Elektrizität speichern, und so entweicht der Blitzstrom in maximal zwei Sekunden aus dem Körper. „Anfassen ist also erlaubt und dringend notwendig. Denn die Überlebensrate nach einem Blitzschlag liegt bei 90 Prozent, wenn sofort Hilfe da ist“, erklärt Klameth. Ein Blitzschlag verursacht in den häufigsten Fällen schwere Verbrennungen, Atemstillstand, Bewusstseinsstörungen, Lähmungen oder Gehirnschäden. Eine Reanimation per Herzdruckmassage und eine schnelle Mund-zu-Mund-Beatmung können also Leben retten.

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