Bescherung bei der Feuerwehr

Für die Ortsfeuerwehr Sarstedt fand die Bescherung bereits am 18. Dezember 2020 statt. Pünktlich zum Weihnachtsfest konnte sie eine neue Drehleiter in Empfang nehmen, welche in Kürze die auf den Tag genau vor 25 Jahren angeschaffte Drehleiter ersetzen wird. Bis das neue Fahrzeug allerdings endgültig ein Einsatz kommt, wird es jedoch noch ein wenig dauern, denn „zunächst müssen die Feuerwehrkameraden und -kameradinnen auf dem neuen Fahrzeug geschult werden.

Coronabedingt musste auch die Fahrzeugübergabe anders erfolgen, als ursprünglich geplant. So konnte das Fahrzeug nicht von den Sarstedter Feuerwehrleuten im Werk abgeholt werden, wie eigentlich üblich, sondern wurde vom Hersteller direkt nach Sarstedt geliefert.

Die Sicherheit der BürgerInnen hat sich die Stadt etwas kosten lassen. Stolze 700.000 Euro kostet das Fahrzeug, einen Zuschuss gibt es aus Mitteln der Feuerschutzsteuer des Landes. „Eine gute Investition für die Sicherheit unserer Stadt“, betonte Bürgermeisterin Heike Brennecke und staunte: „Das ist alles bemerkenswert schnell gegangen. Im April 2020 sei die Ausschreibung erfolgt „und dann ging es Schlag auf Schlag“. Nach der Bestellung im Juli folgte eine Rohbaubesprechung im November, dann habe es nur wenige Wochen gedauert, bis das fertige Fahrzeug in Sarstedt angekommen sei. „So konnten wir sogar noch von dem Mehrwertsteuervorteil profitieren“, freute sie sich.

Bei der Sarstedter Feuerwehr kommt mit der neuen Drehleiter vom Typ L32A-XS 3.0 des Herstellers Rosenbauer ein hochmodernes Hilfsmittel zum Einsatz. Drehleitern dieses Typs werden hauptsächlich zur Rettung von Menschen aus Höhen und Tiefen, sowie zur Brandbekämpfung eingesetzt. Der ausfahrbare Leiterpark hat eine Länge von 32 Metern. Durch den in der Regel vorhandenen Abstand von der Straße zum Gebäude rechnet man jedoch lediglich mit einer sogenannten Nennrettungshöhe von 23 Metern bei 12 Metern Ausladung. Damit kann das 7. Stockwerk immer noch sicher erreicht werden.

Eine der Neuerungen ist ein Knick in der Leiter, durch welchen auch Dachgiebel und Gauben besser erreichbar seien, erläuterte der stellvertretende Ortsbrandmeister Sebastian Blaut. Außerdem ist der Korb der neuen Drehleiter für ein Gewicht von 500 kg ausgelegt, beinahe das Doppelte gegenüber der alten Drehleiter. „Wir können damit bis zu fünf Personen transportieren“, so Blaut. Neben verbesserten Lagerungsmöglichkeiten verfügt der Korb auch über eine Rollirampe, die beispielsweise bei der Evakuierung von Pflegeheimen von großer Wichtigkeit sein kann. Großen Wert hat man bei der Konfiguration des Fahrzeugs auf die Sicherheit gelegt. Neben umfangreicher Beleuchtung mit vielen Scheinwerfern „fast wie ein fahrender Tannenbaum“, wie Ortsbrandmeister Jens Klug lachend anmerkte, verfügt das Fahrzeug auch über einen Abbiege-Assistenten sowie über eine Atemschutzmaske in der Fahrerkabine neben weiteren im Gerätefach.

Um alles unterbringen zu können, was sich die Sarstedter Feuerwehr zusätzlich zu allen Standards gewünscht hatte, verfügt die Drehleiter „Modell Sarstedt“ als wohl erste Drehleiter überhaupt über einen Kofferraum für Lagerung und Transport von Gerätschaften. Ferner ist ihr Navigationsgerät direkt mit dem Funkgerät verbunden, so dass die Daten des Einsatzortes quasi per SMS gesendet werden und es sofort losgehen kann. Der 16-Tonner Marke Daimler-Benz wird von 300 PS angetrieben und entspricht der Umweltnorm Euro 6.

Mit dem neuen Fahrzeug ist der Sarstedter Feuerwehr nun ein noch schnelleres und effizienteres Handeln im Einsatzfall möglich. (Christina Neumann)