DLRG zieht Bilanz: Zahl der Ertrinkungsunfälle steigt weiter an

Man muss nicht zwingend eine Wasserratte sein, um bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft mitzuwirken, so Christoph Winter von der DLRG Sarstedt. Jede Unterstützung ist gern gesehen – dies zeigt auch die steigende Zahl der Ertrinkungsunfälle. (Foto: Christoph Winter/DLRG Sarstedt)

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat am Donnerstag, dem 23.05.2024, weitere Zahlen zu Ertrinkungsunfällen und geleisteten Wachstunden an Binnengewässern sowie an der Nord- und Ostsee veröffentlicht. Hierbei kam heraus, dass die Zahl der Ertrinkenden um 23 auf 378 gestiegen ist. Auffällig hierbei ist, dass gerade im September (über 72 % mehr) und Dezember (dreimal so viel wie im Jahr davor) enorme Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr vorliegen. Rund 90 % der tödlichen Unfälle passierten hierbei in Binnengewässern wie Flüssen, Kanälen oder Seen. Dabei konnten die ehrenamtlichen Wasserretter rund 1120 Menschen erfolgreich das Leben retten. Dies geht aus den Zahlen hervor, die DLRG-Präsidentin Ute Voigt am 23. Mai in Potsdam mit der DLRG-Jahresbilanz präsentierte. Bundesweit sind für die DLRG fast 49.000 Rettungsschwimmer im Einsatz gewesen – eine Zahl, die mit einer Steigung von 15 % zum Vorjahr einen Aufwind in der Rettungsschwimmerausbildung aufzeigt.

Dies merkt auch die DLRG aus Sarstedt. Neben ihrem extremen Mitgliederzuwachs stellen auch die Ehrenamtlichen in Sarstedt ein gesteigertes Interesse an der Retttungsschwimmausbildung fest. „Wir sind froh, dass wir aktuell viele junge Leute in diesem Bereich ausbilden können. Aber wir brauchen auch in anderen Altersgruppen weitere Rettungsschwimmer“, berichtet Christoph Winter von der DLRG Sarstedt. Er selbst fährt jedes Jahr für zwei Wochen an die Nordsee auf die Insel Borkum und ist damit einer von über 6000 Rettungsschwimmern an Nord- und Ostseeküste.

Eine Ausbildung sei nicht schwer, erklärt Winter. Neben einigen Theorieeinheiten gehören auch ein paar Praxisübungen wie das Tauchen, die Anwendung von Rettungsgeräten oder die Befreiung aus einer Umklammerung hinzu. Da dies in einer entsprechenden Lernumgebung passieren soll, bietet die DLRG Sarstedt im Schwimmbad regelmäßig Rettungsschwimmkurse an.

Wir merken, dass in der Bevölkerung das Verständnis über die Wichtigkeit der Rettungsschwimmer immer mehr an Bedeutung gewinnt“, merkt Winter an. Schon jetzt kann man sagen, dass in Sarstedt über ein Drittel mehr Rettungsschwimmabzeichen im Vergleich zum Vorjahr ausgestellt wurden und die Tendenz weiter steigend ist. Derzeit arbeite man an der Ausschreibung von weiteren Lehrgängen in August und September. Denn gerade die oben genannten Zahlen hätten gezeigt, dass es nie genug Rettungsschwimmer geben kann.

Und auch die Wasserretter der DLRG Sarstedt freuen sich über jede Unterstützung. Immerhin hat die DLRG Sarstedt ein breites Spektrum an Möglichkeiten der Mitwirkung. „Neben dem regelmäßigen Training im Schwimmbad, den Wachdiensten am Giftener See und der Erste-Hilfe-Ausbildung gibt es auch einen eigenen Jugendbereich, sowie Strömungsretter, Drohnenpiloten, Sanitäter, Wasserretter und Bootsführer in Sarstedt. Interessierte können sich gerne bei uns melden, auch wenn sie keine Wasserratten sind. Jeder findet etwas für sich bei uns“, gibt Winter für Interessierte mit auf den Weg.