Es war richtig „heimelig“ am Wochenende des 21. und 22. Februar bei der Kreis-Einzel-Meisterschaft im Gerätturnen in der Sarstedter Albert-Schweitzer-Sporthalle. Im gesamten Turnkreis Hildesheim-Alfeld stand für die Qualifikationswettkämpfe keine Sporthalle zur Verfügung, so dass das Angebot vom TKJ, den Turnwettbewerb in ihrer Trainingshalle in Sarstedt auszurichten, dankend angenommen wurde. Vanessa Rox und ihr Orga-Team haben großartige Arbeit geleistet. Für das Publikum wurde ein kleiner Teil der Halle abgegrenzt, aus dem die Zuschauenden die 125 Turnerinnen aus acht Vereinen des Turnkreises anfeuern konnten. An diesem Wochenende turnten vorerst nur die Kürwettkämpfe und die, die sich zu den Bezirksmeisterschaften qualifizieren konnten. Alle anderen Wettkämpfe wurden auf den Mai verschoben.
Vom TKJ wurden insgesamt 38 und für die FSV 21 Turnerinnen gemeldet. Für die Treppchenplätze gab es Pokale, die die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine dankenswerterweise über die Aktion „Heimatherzen“ gespendet hatte. Elf Pokale davon blieben im ausrichtenden Verein, darunter zwei Gold-, vier Silber- und fünf Bronzepokale. Für die FSV gab es dreimal Gold und einmal Silber.
Am Samstagmorgen startete die FSV mit den beiden Louisas (16 und 15) in der LK3. Louisa Kese zeigt sich derzeit in bestechender Form und überzeugte die Kampfrichterinnen an drei von vier Geräten mit der jeweils besten Übung. Zu Recht stand sie am Ende ganz oben auf dem Treppchen. Freundin Louisa Marie Graé freute sich auf Rang 5 mit ihr. Ihr gelang erstmals eine Stufenbarrenübung mit zwei Kippen. Leider wurden ihr aber am Boden einige Teile nicht anerkannt.
In der Leistungsklasse P7-P8 turnte Milagros Scheiermann für den TKJ. Für sie war es das erste Mal, dass sie bei einem Wettkampf den Handstützüberschlag über den Sprungtisch zeigte – eine Herausforderung, die sie souverän meisterte. Auch am Stufenbarren überzeugte die Elfjährige mit einer starken und sicheren Übung. Am Ende durfte sie sich über den Bronze-Pokal freuen und hat sich damit verdient für die Bezirksmeisterschaft qualifiziert.
Vor der ersten Siegerehrung gab es jedoch noch eine andere, besondere Ehrung für Thomas Janze. Janze hat zehn Jahre lang das Kampfrichter-Team bei der Eingabe und Auswertung der Wettkampf-Ergebnisse unterstützt. Dafür erhielt er vom Vorsitzenden des Turnkreises Hildesheim-Alfeld, Matthias Aschmann, zum Dank die Kreisehrennadel überreicht.
Weiter ging es mittags mit Laura Rubin (FSV) in der LK1. Sie hatte nur eine Konkurrentin und startete wegen einer Verletzung nur am Balken und Stufenbarren, an dem sie erstmals das Schwingen in den Handstand schaffte.
In der LK2 turnten Charlotte Wellershoff und Antonia Kese (beide FSV) sowie Emma Schlegel (TKJ) in der nach oben offenen Jahrgangsklasse. Charlotte (18) gelang einfach alles. Besonders mit ihrem Sprung setzte sie sich von der Konkurrenz ab und gewann den Wettkampf souverän. Aufgrund von Abiturvorbereitungen hatte sich Emma erst ganz spontan für die Teilnahme am Niedersachsen-Cup LK2 entschieden. Besonders am Boden und Balken überzeugte die 17-Jährige durch ihre ausdrucksstarken Choreografien und konnte am Boden sogar die zweitbeste Kür präsentieren. Sie erturnte sich Platz 3. Charlotte und Emma haben sich damit zu den Bezirksmeisterschaften im März in Kirchweyhe qualifiziert. Antonia verpasste durch Stürze am Balken knapp das Treppchen und landete immerhin auf dem vierten Platz.
Im Wettkampf der LK2 der jüngsten Turnerinnen (Jahrgänge 2013-2015) traten die TKJlerinnen Emilia Przyklenk, Luise Kantereit, Janne Brünje und Mira Aue an. Als jüngste Starterin traute sich Mira bereits an die schwierigen Anforderungen. Sie zeigte am Boden und Balken alle Anforderungen, musste allerdings am Balken aufgrund der Nervosität Stürze in Kauf nehmen. So reichte es am Ende für Platz 6. Für Janne war der Balken ebenfalls ein Zittergerät, bei dem sie stürzte. Am Barren zeigte sie dafür ihr ganzes Können und erreichte insgesamt Platz 5. Luise konnte ihre Balkenübung ganz ohne Sturz beenden und somit wertvolle Punkte sammeln. Sie schaffte die erforderliche Kippe am Barren zum ersten Mal im Wettkampf und konnte sich Platz 4 sichern. Emilia durfte sogar auf Platz 3 des Treppchens klettern. Sie überzeugte mit ihrer neuen Bodenübung, die sie voller Spannung zeigte. Auch am Barren konnte sie gute Punkte holen. Alle vier konnten sich mit ihren Leistungen für die Bezirksmeisterschaften qualifizieren und in zwei Wochen noch einmal zeigen, was in ihnen steckt.
In der Wettkampfklasse der LK3 der Jahrgänge 2013-2016 gingen vier TKJ- und zwei FSV-Turnerinnen an den Start. Antonia Hammelmann (13) und Lotte Schulte (11) von der FSV turnten erstmals die LK3. Lotte zeigte die beste Bodenübung des Wettkampfes, hatte aber noch Schwächen am Stufenbarren, daher blieb nur der 8. Rang. Antonia war nach zweiwöchiger Krankheit noch nicht wieder ganz fit, zeigte einen guten Vierkampf mit einem Salto am Stufenbarren und wurde Siebte. Selina Praschak (TKJ) musste leider am Balken wichtige Punkte liegen lassen, zeigte aber eine ausdrucksstarke Bodenübung und erreichte schließlich Platz 6. Ihre Vereinskollegin Milia Johanna Lindner zeigte eine schöne Balkenübung ohne Sturz, hatte am Barren aber noch Probleme mit ihrer Kippe, sodass es am Ende Platz 5 wurde. Luise Larisch (TKJ) konnte solide Übungen an allen Geräten vorzeigen und belegte damit Platz 4. Für die TKJlerin Nele Tönnies lief es super. Sie präsentierte eine Barrenübung ohne Pausen und konnte am Sprungtisch mit ihrem neuen „Halb-Halb“-Sprung viele Punkte einsammeln. Mit ihren Leistungen durfte sie trotz eines Sturzes am Balken auf den zweiten Treppchenplatz steigen. Nele, Luise und Milia sind damit qualifiziert und für Selina wird ein Antrag gestellt.

Beim Wettkampf im Jahrgang 2015 und jünger ging Alessia Cid Valdes (TKJ) in der Leistungsklasse P6-P7 an den Start. Am Boden sowie am Balken präsentierte sie bereits die schwierigeren Übungen. Auch wenn sie mit der P6-Übung möglicherweise eine noch bessere Platzierung hätte erreichen können, stellte sie sich mutig der größeren Herausforderung. Besonders erfreulich war, dass sie sich zudem an den Sprung über den Tisch wagte.
In der anspruchsvolleren G3/G4-Wettkampfklasse hatten sich gleich fünf TKJlerinnen und drei FSVerinnen an den Start getraut, in dem auch der ein Jahr ältere Jahrgang mitturnen konnte. Elina Ananev (TKJ) verpasste mit Platz 4 leider knapp das Treppchen. Sie zeigte am Boden mit 14,95 Punkten die drittbeste Übung des Wettkampfs. Hier muss beispielsweise ein Flick-Flack gezeigt werden, welchen Elina zwar noch nicht beherrscht, sich aber dennoch gut behaupten konnte. FSV-Turnerin Ida Schleifer (8) wagte am Sprung den Salto auf den Mattenberg, während Elisa Kempelmann (9) am Boden den Flick-Flack zeigte. Beide erhielten dafür je die zweitbeste Wertung des Wettkampfs, lediglich durch einen Abstand von 0,025 Punkten voneinander getrennt. Sie belegten die Plätze 6 und 7. Die TKJ-Turnerinnen Joudi Sandal (14.), Alina Traksel (15.), Leah Sophie Strübe (16.) und Marie Arglebe (17.) mussten sich der besseren Konkurrenz geschlagen geben. Am Schwebebalken bewiesen alle TKJlerinnen, dass sie das Rad auf dem Balken endlich beherrschen, jedoch ließen sie dafür bei anderen Elementen die Punkte liegen. Jetzt heißt es weiter üben und die noch nicht geschaffen Turnelemente erlernen. Annett Ketz (FSV) zeigte eine sehr schön vorgetragene Bodenübung und belegte Rang 18.
In der Altersklasse 2018 und 2019 war die FSV gleich mit fünf Turnerinnen vertreten. Es konnte zwischen der G2 und der G3 gewählt werden. Xenia Kunz, Antonia Porcu und Paula Kattan punkteten am Sprung, während ihnen am Reck leider noch nicht alles gelang. Der Aufzug aus dem Langhang am hohen Reck ist aber auch schwer. Ebenfalls in dieser Klasse starteten auch die „alten Hasen“ Mila Volke und Holly O’Donovan, die an allen Geräten die G3 zeigten. Mila hatte leider am Balken zwei Stürze, konnte danach aber wertvolle Punkte mit ihrer blitzsauberen Bodenübung retten und belegte am Ende Rang 5 (nur 0,6 Punkte hinter einem Qualifikationsplatz). Nicht zu schlagen war aber an diesem Tag Freundin Holly. Die Siebenjährige setzte sich vor allem mit ihrer Reckübung, in der sie die Felge vorlings als Bonuselement zeigte, klar von der Konkurrenz ab und gewann mit über zwei Punkten Vorsprung den Kreismeistertitel. Im selben Wettkampf traten auch die TKJ-Turnerinnen Lilly Meier, Noemi Millan Gonzalez, Edda Schmidt und Annika Kramm an. Lilly meisterte die schwierigen Übungen mit Rad und Handstand am Balken, einem Bogengang am Boden und einem Handstandsprung in der Rückenlage am besten und konnte sich durch ihre sehr ausdrucksstarken Übungen mit Platz 5 die Qualifikation zur Bezirksmeisterschaft sichern. Noemi hatte am Balken leider sehr viel Pech, was sie einige Platzierung kostete, am Ende erreichte sie mit einer schönen Boden- und Reckübung den 13. Platz. Edda turnte erstmalig in dieser Wettkampfklasse und konnte die neuen Übungen sicher präsentieren, ein Sturz vom Balken verhinderte leider eine bessere Platzierung. Annikas stärkste Geräte waren Reck und Sprung, sie erreichte Platz 12.
Im Wettkampf G2 turnten die Sechs- bis Siebenjährigen. Hier konnten Gesa Scheile und Paulina Wichmann (beide TKJ) mit sehr sauberen und ausdrucksstarken Übungen ihr Können unter Beweis stellen, gerade am Boden und Reck zeigten beide ihr Potential. Am Ende konnten sie sich über die Plätze 2 (Paulina) und 3 (Gesa) und über die damit verbundene Qualifikation zu den Bezirksmeisterschaften freuen. Mayla Wolter (FSV) konnte hier bei ihrem ersten Wettkampf direkt überzeugen und verpasste das Treppchen nur um 0,15 Punkte. Madalina Murgeneanu (FSV) überzeugte auf Rang 6 mit einer der besten Bodenübungen. Leonora Maliqui vom TKJ hatte leider ein bisschen Probleme, das Gelernte am Reck abzurufen, was sie wertvolle Punkte kostete, am Ende erreichte sie trotzdem einen guten 9. Platz. Alisa Palmann und Michaela Mahu (beide FSV) erreichten Platz 10 und 11 und zeigten am Sprung ihre jeweils beste Leistung.
In der G1-Stufe starteten die jüngsten TKJ-Turnerinnen des Jahrgangs 2020. Obwohl sie noch gar nicht so lange trainieren, haben sie sich an allen Geräten tapfer geschlagen. Darya Ananev (Platz 7) überzeugte besonders am Reck. Auch Adriana Paremski (Platz 5) zeigte eine kraftvolle Leistung am Reck. Ihre Grätsche und die Vorbeuge am Boden saßen bereits sehr sicher. Für sie war es sogar der allererste Wettkampf überhaupt. Maja Cirkel erturnte einen hervorragenden 4. Platz und präsentierte an allen Geräten eine konstante Leistung. Auch ihre Übungsabfolge saß sicher und sauber.
Sofie Döhring, Jonna Grunau, Sara Neumann und Emily Schlegel vom TKJ wagten sich zum ersten Mal an die schon anspruchsvolle LK3, wenn auch nur an die erleichterte Variante, in welcher bereits Teile der Anforderungen erfüllt werden müssen. Dieser Wettkampf fand auf Kreisebene jahrgangsoffen statt. Sophie bewies gleich, dass sie die Anforderungen bereits sehr gut erfüllen kann. Sie konnte mit ihrem Rückwärtssalto am Boden und der Kippe am Barren punkten und schaffte es am Ende ganz vorne auf das Treppchen – Gold-Pokal! Jonna ist erst seit einem Jahr im Training mit dabei und hat sich vor allem am Sprung deutlich verbessern können. Dies zeigten auch die 11,3 Punkte und damit der zweitbeste Sprung des Tages. Emilys fleißiges Training der Schwebekippe am Stufenbarren hat sich ausgezahlt, sodass sie erstmals diese sowie einen Holmwechsel mit einem Langhangaufschwung direkt im ersten Wettkampf des Jahres zeigen konnte. Am stärksten war sie jedoch am Schwebebalken, wo sie ohne große Fehler die zweitbeste Wertung erzielte. Emily durfte sich über Platz 3 und Jonna sogar über Platz 2 freuen. Nach einem Auslandsjahr in Japan (ohne Turnen) und einem nur vierwöchigen Vorbereitungstraining erturnte sich TKJlerin Leony Kress einen guten 5. Platz. Ihre ausdrucksstarke Bodenkür belohnten die Kampfrichter mit der zweitbesten Bewertung des Wettkampfs. Leider konnte sie den Überschlag am Sprungtisch nicht so gut wie im Training abrufen und verlor hier einige Plätze. Dieser war für die 15-jährige Vereinskollegin Maya Mehner überhaupt kein Problem, ihr Handstützüberschlag war der beste des Wettkampfs, insgesamt erturnte sie sich den 6. Platz. Sara (TKJ) trat hier als „Oldie“ gegen die im Schnitt zehn Jahre jüngeren Turnerinnen an und freute sich an diesem Tag besonders über die Übung ohne Sturz am Balken. Für sie wurde es am Ende der 7. Platz – allerdings auch nur 1,55 Punkte hinter Platz 2. Es war also ein spannender Wettkampf für alle Beteiligten.
Auch die LK4 jahrgangsoffen war auf Kreis-Ebene ausgeschrieben. Hier war die FSV mit der zwölfjährigen Jil Weitzel (Platz 14) und der zehnjährigen Emma Rein (Platz 16) vertreten. Beide zeigten sich stark verbessert zum letzten Wettkampf und können zufrieden hierauf aufbauen. Vom TKJ war Lina Schöllhammer das erste Mal in dieser Wettkampfklasse. Während sie am Balken nicht ihre Trainingsleistung abrufen konnte, zeigte sie ihre Bodenübung sicher. Sie belegte Platz 17. Luisa Kramm (TKJ) konnte einen schönen Sprung vorweisen und erreichte damit Platz 12. Kurz davor auf Platz 11 landete Leya Sophie Schaffmeister (TKJ), die mit ihrer ausdrucksstarken Bodenübung das Publikum verzauberte. Richtig gut lief es für Janne Wiesehan (ebenfalls vom TKJ), die sich mit ganz souverän vorgetragenen Übungen den 6. Platz sicherte. Sowohl am Schwebebalken, Sprung wie auch Boden konnte sie ihre persönlichen Bestnoten steigern. Ihre Bodenkür war die drittbeste des Durchgangs. Auf dem Treppchen konnten dann gleich zwei TKJ-Turnerinnen Platz nehmen: Emilia Wichmann zeigte die besten Sprung- und Balkenübungen und darf sich Vizemeisterin dieser Wettkampfklasse nennen. Annemarie Helliger konnte mit der zweitbesten Balken- und der besten Bodenübung punkten. Zusammen mit der drittbesten Barrenübung holte sie sich den Titel des Wettkampfes und den Goldpokal.