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Bürgerversammlung mit zuversichtlichen Verantwortlichen

Sarstedt (stb). Über 300 Bürgerinnen und Bürger waren am Freitagabend des 25.09.2015 in den Stadtsaal gekommen, um sich von den verantwortlichen Stellen informieren zu lassen über den Stand der Dinge bezüglich der Notunterkunft für Flüchtlinge auf dem Gelände des ehemaligen Edeka-Logistikzentrums an der Helperder Straße. Auf der Bühne standen Rede und Antwort Dr. Alexander Götz vom Niedersächsischen Innenministerium, Helfried Basse, vom Dezernat für Sicherheit und Ordnung im Landkreis, Stadtbrandmeister Rüdiger Schulz, Thorsten Renken und Oliver Bruse von den Johannitern sowie Bürgermeisterin Heike Brennecke.
Diese stimmte die Versammelten mit emotionalen Worten auf die Lage der Flüchtling ein, betonte, wohl niemand würde sein Zuhause, die Heimat, verlassen und die Gefahren der Flucht in Kauf nehmen, wenn ihn nicht Schreckliches dazu drängen würde.
Brennecke möchte, so das erklärte Ziel, die Sarstedter mit ins Boot holen bei der Ausgestaltung und Bewältigung der akuten Situation. Und sie weist all jene in die Schranken, die allzu pessimistisch in den Sozialen Netzwerken diskutieren. „Wir schaffen das. Aber jeder kann und muss mithelfen. Und wenn es nur ist, dass er bei facebook nicht so negativ postet.“
Dr. Alexander Götz betonte, da Niedersachsen zurzeit täglich rund 700 bis 800 Menschen neu unterbringen müsse, wären die Erstaufnahmelager überfüllt, deshalb würden nun überall Standorte für Notunterkünfte als erste Zwischenlösung für die Ankommenden gesucht. Sarstedt sei so ein Standort, keine Endstation für die Flüchtlinge. Rund 1000 würde das land in Sarstedt einplanen, letztendlich sei es jedoch eine Entscheidung der Johanniter, wie viele Menschen im ehemaligen Edeka-Lager unterkommen könnte. „Wir bringen da jetzt nicht 1000 unter, wenn da nicht 1000 reinpassen“, so Dr. Alexander Götz.
Helfried Basse berichtete, der Landkreis habe für die Menschen, die dem Landkreis zur weiteren Verteilung zugewiesen würden, nachdem sie offiziell registriert seien, bis weit in das Jahr 2016 hinein genügend Wohnraum. Die nun entstehende Notunterkunft in Sarstedt sei jedoch eine Einrichtung des Landes, eine von zurzeit 22 Notunterkünften im Land.
Helfried Basse und Heike Brennecke versicherten den Bürgerinnen und Bürgern ihr Zuversicht, dass auch die aktuelle Situation ruhig und geordnet beherrscht werden würde. Dazu trügen auch die uneingeschränkte Bereitschaft der Hilfsorganisationen wie Feuerwehr und THW ihren Teil bei.
Es sei zudem große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung festzustellen, so Dr. Alexander Götz, der aber auch für die Fragen und Bedenken der Bevölkerung Verständnis zeigte. Jedoch: „Manche Situation macht unpopuläre Entscheidungen notwendig!“
Auf die Sicherheitslage angesprochen, versprach EPHK Rainer Kahr vom Polizeikommissariat Sarstedt, „innerhalb der Unterkunft mit Fingerspitzengefühl, außerhalb der Unterkunft aber mit Konsequenz“ vorzugehen. „Wir werden keine Lücken im System zulassen.“
Eine wichtige Frage aus dem Publikum betraf die Möglichkeit für Bürgerinnen und Bürger zu helfen. Dazu hat die Stadt Sarstedt auf ihrer Internetseite www.sarstedt.de ein Formular hinterlegt, das besondere Fähigkeiten, aber auch Einsatzmöglichkeiten für die Menschen abfragt. Denn den Verantwortlichen ist daran gelegen, die Hilfe sinnvoll zu kanalisieren. Dringend werden Helferinnen und Helfer mit Fremdsprachenkenntnissen gesucht, aber auch solche, die sich einen Einsatz in der Kleiderkammer, der Essensausgabe oder der Betreuung von Kindern vorstellen können. Dieses Formular verteilte Stadtmitarbeiterin Claudia Wallbaum auch nach der Veranstaltung und fand interessierte Abnehmer.
Zudem richtet die Stadt eine Helfer-Nummer ein. Unter T. 05066-80561 werden allgemeine Anfragen bearbeitet, unter T. 80562 werden Hilfsangebote aufgenommen.

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