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Helfer unter Hochdruck im Einsatz: EDEKA-Lager wird Unterkunft

Sarstedt (stb). 100 Soldaten der Bundeswehr, 50 Einsatzkräfte der Johanniter, 50 vom THW und bis zu 200 Aktive der Feuerwehren des Kreises sind eingeplant. Samstagvormittag, 11.00 Uhr, arbeiten 180 von ihnen, die meisten Ehrenamtliche, mit Hochdruck an der Helperder Straße in Sarstedt. Das ehemalige EDEKA-Logistikzentrum wird als Notunterkunft für bis zu 1000 Flüchtlinge hergerichtet. Dazu werden in den momentan nutzbaren zwei Hallen, die zuerst zur Unterkunft werden sollen, nacheinander die noch darin befindlichen Hochregale abgebaut, es werden provisorische Wände eingezogen, bestehend aus Bauzäunen, bespannt mit sichthemmenden Planen. Schlaf- und Aufenthaltsareale für jeweils 10 Personen entstehen so. Die große Halle in der Mitte wird, außer einem breiten Streifen als Verkehrsfläche, nicht genutzt. Im ehemaligen Verwaltungstrakt werden ein Empfangs- und Registrierungsbereich sowie eine Sanitätsstation mit Untersuchungs- und Isolationsräumen eingerichtet. Außerdem wird ein Rettungswagen der Johanniter rund um die Uhr für die ärztliche Versorgung vor Ort sein. Die Kantine im Haus wird zu einer Essensausgabe umgerüstet. Hier werden die Flüchtlinge im Schichtbetrieb ihre Verpflegung erhalten und in angrenzenden Bereichen verzehren können.
Der umfangreiche Sanitärbereich auf dem Gelände wird instand gesetzt und nachgerüstet. Drei Duschcontainer wurden zusätzlich angefordert, die die sanitäre Versorgung der Menschen sicherstellen soll. Am Freitagnachmittag wurden bereits die Matratzen geliefert, auf denen die Flüchtlinge in den nächsten Wochen schlafen.

Die Johanniter, die die Unterkunft betreiben, haben am gestrigen Freitagvormittag den Startschuss für das Projekt „Notunterkunft Sarstedt“ erhalten. Seitdem ist Marc Küchemann von den Johannitern voll eingespannt. Der 41-jährige Rettungsassistent der Johanniter hat viele Jahre Erfahrung im Katastrophenschutz, seit vier Wochen baut er eine Notunterkunft nach der anderen auf. Das Ganze ist eine logistische Herkulesaufgabe. Der Versorgungszug der Johanniter aus Wunstorf hat an diesem Wochenende die Versorgung der Helfer vor Ort übernommen.
Bis Sonntag, so die Hoffnung und Erwartung der Johanniter, soll mindestens eine Halle voll nutzbar sein, dann wird im Anschluss die zweite Halle in Betrieb genommen. Bestehende Mietverhältnisse. In absehbarer Zeit wird auf dem EDEKA-Gelände noch eine weitere Halle zur Verfügung stehen, die zurzeit noch anderweitig vermietet ist. Der Mieter hat auf Vermittlung von EDEKA inzwischen jedoch ein Objekt in Laatzen angeboten bekommen, wohin er bald umziehen wird. Ein ehemaliger EDEKA-Mitarbeiter, der noch auf dem Gelände wohnt, kann sich entscheiden, ob er dort wohnen bleibt, oder in eine Wohnung der Kreiswohnbau zieht. Die Johanniter führen zudem Gespräche, sie überlegen, den Mann, der das Gelände wie seine Westentasche kennt, einzustellen.

In der Notunterkunft, die das Land Niedersachsen an der Helperder Straße einrichtet, werden die Flüchtlinge nicht nur aufgenommen. Die Johanniter registrieren sie auch fürs Erste und machen einen ersten Gesundheitscheck. Später wird die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen (LAB Ni) die Menschen erkennungsdienstlich registrieren und eine große medizinische Untersuchung vornehmen. Dann ist für sie der Weg frei zum Asylantrag. Die Flüchtlinge, die in Sarstedt untergebracht sind, werden hier nicht verbleiben. Sarstedt ist für sie eine Durchgangsstation. Von hier werden sie nach ihrer Registrierung durch das LAB vom Landkreis auf die Gemeinden im Land verteilt, wo sie auf die Bewilligung oder Ablehnung ihres Asylantrages warten. Sarstedt wird, so die Zusage des Landkreises, bis auf weiteres keine weiteren Flüchtlinge vom Landkreis zugewiesen bekommen. Die Notunterkunft an der Helperder Straße sei Aufgabe genug.

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