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Design aus der Notunterkunft

Sarstedt. Der Einsatz in der Sarstedter Flüchtlingsnotunterkunft geizt nicht mit Superlativen: In den vergangenen drei Tagen waren insgesamt 450 Feuerwehrleute aus dem Landkreis Hildesheim, 400 THW-Helfer und 60 Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe im Einsatz, um das ehemalige Edeka-Logistikzentrum als Flüchtlingsnotunterkunft bewohnbar zu machen.
Bis zu 1000 Flüchtlinge werden in den nächsten Tagen erwartet.

Dabei entstehen aber auch ganz kleine Dinge – fast nebenbei. „Unsere Kameraden der Stadtfeuerwehr Sarstedt und des Sarstedter THW haben sich als Möbeldesigner versucht.“ erläutert Dr. Lars Brinkmann, stellvertretender Stadtbrandmeister von Sarstedt. „Wir brauchten eine einfache und schnell zu fertigende Lösung für Schränke.“ Aus der Not entstand dann ein Schrankentwurf auf der Basis von OSB-Platten.
Bürgermeisterin Heike Brennecke ist stolz: „Die Helfer haben ihn liebevoll „Modell Sarstedt“ getauft!“

Das Möbelstück hat durchaus Chancen, kopiert zu werden: „Beim Entwurf haben wir darauf geachtet, dass die einzelnen Fächer mit einem Vorhängeschloss gesichert werden können.“ Frank Logen vom THW Sarstedt erklärt die Idee hinter dem Design: „Jedes Element hat vier Fächer. Der Schrank ist so stabil, dass wir – je nach Belegung der einzelnen Schlafareale – auch zwei aufeinander verschrauben können.“

Ein Schrank ist relativ „schnell“ gebaut: Das Material kommt zugeschnitten von der Firma Holzland Köster aus Emmerke. Dann schrauben zwei Einsatzkräfte den Schrank in ca. 30 Minuten zusammen. „Wir gehen davon aus, dass wir in der „Serienproduktion“ dann noch schneller werden“, sagt Frank Logen vom THW.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe engagiert sich als Betreiber von Notunterkünften mit zurzeit insgesamt neun Notunterkunft-Standorten für Flüchtlinge in Niedersachsen mit rund 4000 Plätzen.

Bildnachweis: Philip Ziemek
Bildunterschrift: Dr. Lars Brinkmann und Frank Logen präsentieren das Modell „Sarstedt“

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