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Ende des Provisoriums ist absehbar Notunterkunft wird geschlossen

 

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Die Notunterkunft an der Helperder Straße in Sarstedt war von Anfang an nur als Übergangslösung geplant. Nun scheint das Ende des Provisoriums absehbar. Zum 30. Juni 2016, so heißt es aus dem Innenministerium, werde die Einrichtung, die im September 2015 in einer Hauruck-Aktion innerhalb von 48 Stunden hauptsächlich von den Johannitern, THW und den Feuerwehren im ehemaligen EDEKA-Lager eingerichtet wurde und die die Johanniter seitdem betreiben, nun geschlossen. Die Flüchtlinge sollen nach dem Willen des Landes vermehrt in räumlich besser ausgestatteten Immobilien untergebracht werden. Denn die Sarstedter Notunterkunft verfügt zwar über große Flächen und die Möglichkeit, den Bewohnern verschiedene Angebote zum Beispiel sportlicher oder medialer Art zu machen, aber die Unterbringung in den großen, nur durch mit Planen bespannte Bauzäune abgegrenzten Hallen lässt zu wünschen übrig. Privatsphäre gibt es hier so gut wie keine. „Richtige Gebäude wie zum Beispiel Kasernen“, beschreibt Oliver Bruse, Pressesprecher der Johanniter in Niedersachsen, das angestrebte Ziel des Landes und verweist auf große Einrichtungen wie die Kasernenanlage Ebkeriege in Wilhelmshaven oder die ehemalige Blücher-Kaserne in Aurich; beide werden seit September bzw. Dezember 2015 von den Johannitern betrieben. Bis Ende Juni soll die Sarstedter Unterkunft noch ohne Abstriche für die Bewohner weiterbetrieben werden, so Bruse. Auch weiterhin würden deshalb Spenden erbeten. Gerade auch für die Kinder, die seit einigen Wochen vermehrt mit ihren Familien im Camp leben. Später sollen die Spenden, die in Sarstedt halfen die Not zu lindern und den Alltag für die Flüchtlinge erträglicher zu machen, an andere Unterkünfte weitergegeben werden, um dort nutzbringend eingesetzt zu werden. „Wir werden alles, was brauchbar ist, weiterverwenden“, so Oliver Bruse. Auch die Mitarbeiter, die in Sarstedt wertvolle Erfahrungen in der Führung einer Notunterkunft und im Umgang mit den Menschen gemacht haben, sollen, wenn möglich, an anderer Stelle weiterbeschäftigt werden. „Wir haben großartige Erfahrungen gesammelt vor allem auch in den Bereichen Logistik, Unterbringung und Verpflegung“, bekräftigt der Johanniter-Pressesprecher, der auch von der besonderen menschlichen Erfahrungen spricht, die man im Miteinander und Gespräch mit den Flüchtlingen machen kann. Und er lobt das ehrenamtliche Engagement der Helfer: „Es ist sensationell, was da ehrenamtlich läuft!“

BU zu Camp wird geschlossen: Hier bleiben bald wieder die Lichter aus: In der ehemaligen EDEKA-Mitarbeiter-Kantine im ersten Stock über dem Haupteingang werden nach den Planungen des Landes Niedersachsen nur noch bis Ende Juni die Mahlzeiten für die Flüchtlinge ausgegeben.

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