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Eisflächen sind nicht freigegeben …

Die Eisflächen sind derzeit nicht tragfähig, darauf machen die Polizei und DLRG aufmerksam. Das Betreten der Eisflächen von öffentlichen Gewässern ist zudem gemäß der Sarstedter Stadtverordnung untersagt. „Gerade zu Beginn der kalten Jahreszeit kommt es immer wieder zu tragischen Unglücken“, so die DLRG, und warnt deshalb vor dem Betreten.
Das Eis ist noch viel zu dünn und trägt überhaupt nicht. Erst ab einer Eisstärke von mindestens 15 Zentimetern, bzw. 20 Zentimetern bei fließenden Gewässern, erwägen Behörden eine Eisfläche überhaupt freizugeben. Eltern sollten ihre Kinder auf die Gefahren des Eises unbedingt hinweisen. Die Eisregeln sind unter www.dlrg.de abrufbar.
Bei einem Eisunfall sind die Wasserrettungskräfte der verschiedenen Hilfsorganisationen und der Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 jederzeit erreichbar.

Und wer sich gerne eine Übung der Eisretter auf Video anschauen möchte, klickt einfach hier:
https://www.facebook.com/nds.dlrg.de/?ref=aymt_homepage_panel

Was passiert eigentlich mit dem Körper bei einer Unterkühlung (Hypothermie)?
Frage: Herr Dr. Streiber, was genau passiert bei einer Unterkühlung?
Dr. Streiber: Es kann aus diversen Gründen zu einem Körperwärmeverlust kommen. Sowohl durch kaltes Wasser in dem ich mich befinde (auch im Sommer!), durch die Kälte der Umgebungsluft oder aber auch durch kalten Wind. Der Körper versucht durch Muskelzittern Wärme zu erzeugen. Befindet sich der Körper im Wasser, versucht er dieses auch, aber die Wirkung wird umgekehrt, da die Wärme durch das Wasser vom Körper weggeleitet wird.
Folge: Man kühlt noch schneller aus als an Land. Im Körper kommt es zu einer Zentralisation. Das bedeutet, dass sich die Gefäße in den Gliedmaßen verengen, damit die inneren Organe (z.B. Herz, Gehirn) weiter ausreichend, auch mit Wärme, versorgt werden. Je kälter die Körperkerntemperatur sinkt, desto mehr trübt das Bewusstsein ein. Zwischen 32° und 28° fangen die Reflexe an zu erlöschen und das Zittern hört auf.
Frage: Ab wann tritt eine Unterkühlung ein? Doch bestimmt erst bei tiefen Temperaturen oder?
Dr. Streiber: Nein, eine milde Hypothermie tritt bereits ab einer Körpertemperatur von 35° auf. Bedrohlich und kritisch wird es, wenn die Körpertemperatur unter 28° sinkt. Die Person wird bewusstlos und es tritt
eine Atemlähmung sowie ein Herz-Kreislauf-Stillstand ein – infolge von Herzrhythmusstörungen. Und im
Eiswasser kann das innerhalb von zwei, drei Minuten passieren.
Frage: Ist man dann gleich tot?
Dr. Streiber: In diesem Stadium ist es schwierig zu sagen, ob die Person noch am Leben ist oder bereits
tot ist. Das ist bei einer Reanimation unbedingt zu beachten. Bei Hypothermie wird eindeutig länger reanimiert und auch versucht den Körper wieder zu erwärmen nach dem Grundsatz: Niemand ist tot, solange nicht warm und tot.
Schwere Schäden entstehen oft erst bei der Erwärmung. Man solle den Körper möglichst wenig bewegen, trotzdem aber aus der Gefahrenzone bringen und mit langsamer Erwärmung am Rumpf beginnen.
Eventuell werden erwärmte Infusionen vom Rettungsdienst gegeben – immer unter Kontrolle der Vitalfunktionen.
Die DLRG weist auch in ihren Schwimmkursen auf die Gefahren des Eises hin und gibt hier bereits Tipps für die Eigen- und Fremdrettung!
Wie verhalte ich mich, wenn ich sehe, dass jemand auf dem Eis einbricht?
Dazu Martin Witt, Leiter Einsatz vom DLRG Landesverband Niedersachsen:
Frage: Herr Witt, wie verhalte ich mich in so einer Situation ohne mich selber in Gefahr zu bringen?
Witt: Grundsätzlich gilt, dass die Eisrettung geübten Personen vorbehalten und mit hohen Risiken verbunden ist. Sehr schnell kann ein Retter hier zum Verunfallten werden. Aus diesem Grunde sollte man wirklich nur im äußersten Notfall selbst tätig werden und insbesondere die Eigensicherung beachten. Zunächst gilt es mit schnell greifbaren Helfern oder umstehenden Passanten eine Sofortrettung zu organisieren. Folgende Dinge können durch die meisten Personen durchgeführt werden: – Alarmierung von Wasserrettungskräften „Notruf 112“, – Organisieren von Hilfsmitteln am Ort des Geschehens (Leitern, Bretter, lange Stangen, Tische, Schlitten, Leinen, usw.)
Wer zum Helfen die Eisfläche betritt, sollte unbedingt eine Unterlage- zum Beispiel ein langes Brett oder eine Leiter – verwenden, damit sich das Gewicht verteilt und nicht nur punktuell auf eine kleine Fläche wirkt.
Es wird grundsätzlich bauchwärts in Richtung Einbruchsstelle gerobbt. Nach Möglichkeit dem Verunfallten eine Leiter oder eine Stange zuschieben. Evtl. und falls vorhanden ein Seil zuwerfen. Zu beachten ist hierbei, dass ein Eingebrochener im Eiswasser durch schnell fortschreitende Unterkühlung meist so entkräftet ist, dass er den zugeworfenen oder zugeschobenen Gegenstand meist nicht mehr halten kann.
Ist eine Rettung ohne Eigengefährdung nicht möglich, muss auf die alarmierten Wasserrettungskräfte gewartet werden. Ein eingebrochener Retter wird schnell zum weiteren Unfallopfer.
Frage: Wie soll sich die Person verhalten, die eingebrochen ist?
Witt: Merkt man auf dem Eis, dass die Tragfähigkeit plötzlich nachlässt (Sprünge, Lufteinschlüsse, Geräusche), sollte man sich flach auf das Eis legen und so das Eigengewicht auf eine möglichst große Fläche verteilen. Es ist ratsam denselben Weg zum Ufer zu nehmen, den man gekommen ist (auch wenn ein anderes Ufer näher erscheint), da das Eis dort (zumindest einmal) schon sicher getragen hat.
Sollte man schon eingebrochen sein, kann man versuchen bei stabiler Eisdecke sich seitlich flach (Brust- oder Rückenlage) auf das Eis zu schieben und vorsichtig zum Ufer zu rollen. Keinesfalls in der Nähe der Einbruchsstelle aufstehen. Ist die Eisdecke dünn genug, kann man versuchen, mit Fäusten oder dem gesamten Oberkörper das Eis Stück für Stück Richtung Ufer zu brechen und zu entkommen.
Mein Tipp: Auch wenn es verlockend ist, auf das Eis zu gehen, bitte erst dann, wenn die Behörden das Eis
wirklich freigegeben haben. Eis ist tückisch. Es ist auch nicht an allen Stellen gleich dick. Es variiert und
kann schnell zu einer tödlichen Gefahr werden.

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