Wenn die reguläre Kinderbetreuung plötzlich ausfällt, ein Termin länger dauert als geplant oder ein unvorhersehbarer Notfall eintritt, geraten viele Familien schnell unter Druck. Genau hier setzt das Projekt Kindernotfallbetreuung (KiNo) im Landkreis Hildesheim an, das im November gestartet ist. Für das Projekt sucht der Landkreis weiterhin engagierte Menschen, die sich ehrenamtlich einbringen möchten.
KiNo vermittelt kurzfristig geschulte und geprüfte Betreuungspersonen, die Familien in akuten oder planbaren Betreuungssituationen unterstützen. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie zur Entlastung von Eltern in Ausnahmesituationen. „Das Projekt ist gut angelaufen, sodass weitere ehrenamtliche Unterstützung notwendig ist, um wirklich alle Anfragen von Eltern, die kurzfristig Hilfe benötigen, abdecken zu können“, sagt Landrat Bernd Lynack.
Wer kann sich engagieren?
Engagieren können sich Personen ab 20 Jahren mit pädagogischer Erfahrung oder entsprechender Qualifikation, beispielsweise (ehemalige) Erzieherinnen und Erzieher, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Sozialassistentinnen und Sozialassistenten, Tagespflegepersonen sowie Personen mit Babysitter-Zertifikat, Au-pair-Erfahrung oder einem Freiwilligen Sozialen Jahr im pädagogischen Bereich. Auch Studierende eines sozialen oder pädagogischen Studiengangs können sich ab dem vierten Semester einbringen.
Nach einer unverbindlichen Interessenbekundung findet ein Eignungsgespräch statt. Bei positiver Rückmeldung sind unter anderem ein erweitertes Führungszeugnis, der Nachweis über einen Erste-Hilfe-Kurs am Kind, ein Gesundheitszeugnis sowie die Teilnahme an einer internen Qualifizierungsveranstaltung erforderlich.
Das bietet KiNo den Ehrenamtlichen
Die Ehrenamtlichen erhalten eine Aufwandsentschädigung von 15 Euro pro Stunde Betreuung (maximal 3300 Euro im Jahr), bzw. eine Pauschale von 150 Euro pro Woche (Montag-Freitag) für die Randzeitbereitschaft (6-8.30 Uhr, montags-donnerstags 15.30-21 Uhr, freitags 12.30-21 Uhr). Die Kosten für den Erste-Hilfe-Kurs werden erstattet. Ein Führungszeugnis wird aufgrund der Ehrenamtstätigkeit kostenfrei ausgestellt.
Vorteile für Betriebe und landkreisangehörige Partnerkommunen
Mit einer jährlichen Pauschale können Betriebe, Unternehmen und Institutionen Partner des Projekts werden und ihren Mitarbeitenden im Notfall eine verlässliche Kinderbetreuung bieten. Das reduziert kurzfristige Ausfälle, sorgt für mehr Planungssicherheit im Arbeitsalltag und stärkt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zudem ermäßigt sich der Stundensatz für die Nutzung von KiNo von 5 Euro auf 3 Euro, wenn ein Elternteil in einem KiNo-Partnerbetrieb beschäftigt ist. Studierende zahlen nur 2 Euro.
Wer kann KiNo in Anspruch nehmen?
Die Kindernotfallbetreuung kann von Einwohnerinnen und Einwohner der KiNo-Partnerkommunen, von Mitarbeitenden der KiNo-Partnerbetriebe und Mitarbeitenden und Studierenden der KiNo-Partnerhochschulen genutzt werden. Aktuelle Partnerkommunen sind Bad Salzdetfurth, Bockenem, Hildesheim, Holle, Lamspringe, Nordstemmen, Sarstedt und Schellerten. Zu den Partnerbetrieben zählen unter anderem der Landkreis Hildesheim, mehrere Verwaltungen der Kommunen sowie das St. Bernward Krankenhaus und die HAWK als Partnerhochschule. Mehr Informationen unter www.landkreishildesheim.de/kino.