Hotteln begeht den Volkstrauertag

Ortsbürgermeister Dirk Warneke thematisiert Totengedenken der Bundespräsidenten

Der Volkstrauertag ist in Hotteln auch 77 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges noch präsent: Bereits in den Tagen zuvor waren an zahlreichen Namenstafeln am Ehrenmal Blumen und Gestecke abgelegt worden in Erinnerung an nicht mehr aus dem Krieg heimgekehrte Väter und Großväter.

Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker. Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz“. Unter Bezug auf das von Bundespräsident Theodor Heuss vor 70 Jahren eingeführte Totengedenken zum Volkstrauertag hatte der Ortsrat mittels Rundschreiben an alle Haushalte zur kleinen Feierstunde an das Ehrenmal am Thie eingeladen. „Unabhängig vom staatlichen und offiziellen Gedenken bezeugen viele Hottelner mit ihrer Anwesenheit ihren Willen, ein Zeichen gegen Krieg, Intoleranz und Gleichgültigkeit zu setzen“, stellte Ortsbürgermeister Dirk Warneke in seiner Ansprache vor fast 90 Gästen fest.
Zu Beginn war vom Posaunenchor St. Gertruden Gleidingen unter der Leitung von Britta Kansteiner eine Bearbeitung des Chorals „Verleih uns Frieden gnädiglich“ erklungen. Von Martin Luther 1529 geschrieben ist dieser Choral fast 500 Jahre später leider so aktuell wie lange nicht.

Warneke betonte, dass der Volkstrauertag kein staatlich verordnetes Gedenken, schon gar kein „Heldengedenktag“ sei, sondern die Einladung an die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, sich der millionenfachen Toten der Kriege zu erinnern. Quasi vor unserer Haustür sei zum Volkstrauertag 2022 in Europa wieder Krieg. Verhöhnt verniedlicht würde von einer „militärischen Spezialoperation“ gesprochen. „Wie so oft ist im Krieg die Wahrheit das erste Opfer dieser Auseinandersetzung. Deren Folgen haben sehr schnell auch unser kleines Hotteln erreicht“, erinnerte Warneke an unmittelbare Konsequenzen der Kriegshandlungen.
Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.“ Mit den Schlussworten aus dem Totengedenken der Bundespräsidenten beendete Warneke seine Ansprache.

Unter den Klängen des „Lieds vom guten Kameraden“ senkten die Abordnungen von Junggesellenschaft, Turnverein und Traditionskameradschaft ihre Fahnen, während Warneke zusammen mit zwei Kameraden der zahlreich angetretenen Feuerwehr einen Kranz im stillen Gedenken aller Opfer der geführten kriegerischen Auseinandersetzungen in Deutschland und der Welt niederlegte. Mit der Nationalhymne endete die Feierstunde. /war